interview hier zufällig ausgewählt. systematisch kann auf die interviews über studierende oder lehrende zugegeriffen werden

interviewer:
marion godau
2004-02-20


protraitbild

Martin Rossmann
wie wuerdest du jemand anderem deinen job erklaeren?
Irgendwo bin ich mal dem Begriff ?Digital Gardener?, also digitaler Gärtner, begegnet. Die Analogie zu einem Gärtner finde ich zu den mir beackerten Tätigkeiten ganz passend. Ich bewege mich in den Bereichen Systemadministration, Datenbankkonzeption und ?programmierung und Beratung rund um allseits genannte Informations-Technologie, also in den digitalen Gärten unseres modernen Lebens. Gestaltung findet dabei höchstens als Gestaltung von Information statt. Ihre Form kann von hochgradig abstrakt bis zu banal visuell reichen.

welche arbeiten oder auch ereignisse waren besonders wichtig fuer dich?
Prägende Erfahrungen waren sicher mein Studium in Kanada für ein Jahr, ebenso wie die Gründung der eigenen Firma und auch die Erfahrungen der ersten Pleite.

mit wem bist du so in verbindung oder mit wem arbeitest du zusammen?
Aus meiner Jahrgangsgruppe kenne ich noch fast alle. Darüber und darunter bei ID4 mehr als ein Dutzend. Da gibt es ein regelmäßiges Treffen bei Arbeitszusammenhängen und auch privat. Meine Uni-Kontakte beschränken sich aber nicht auf ID4.

triffst du noch ehemalige id4ler oder arbeitest du mit ihnen zusammen?
s.o.

woran oder wo wuerdest du gerne arbeiten? was wuerde dich reizen?
Ein Architekturstudium.

wer oder was inspiriert dich/bewunderst du im moment? wer oder was bringt dich auf ideen und turnt dich an?
Ganz Unterschiedliches. Das kann ein Artikel in einer Zeitschrift sein oder ein Film im Kino oder Leute, die man kennenlernt ?

was faellt dir als erstes ein, wenn du an dein studium im id4 denkst?
Das Gebäude. Das ist das erste Bild, das mir in den Kopf kommt. Und seine Innereien.

was hat dir für die praxis am meisten gebracht?
Konzeptionelles Denken. Das kann ich bei Geschäftskontakten immer wieder feststellen. Für viele Menschen besteht eine Schwierigkeit darin, Abläufe, Probleme und Ziele in eine Struktur zu bringen oder geordnet zu formulieren. Ein Konzept zu entwickeln ist z. B. gerade bei Datenbanken wichtig, damit eine Basis besteht, über die man reden kann und die man dann gemeinsam konkretisieren kann. Diesen Part der Konzeption kann ich für meine Kunden übernehmen. Ich kann ihnen helfen, die Dinge besser zu begreifen.

welche lehr-ansätze von id4 funktionieren für dich noch? oder vielleicht gerade heute?
Da ich nicht als Gestalter arbeite, kann ich darauf nicht antworten.

wenn du gerade nicht arbeitest, wo bist du am liebsten?
In meiner Musiksammlung.

auf was koenntest du leicht verzichten?
Eigentlich würde ich für diese Frage gerne zum beseelten Religionsstifter mutieren und Volksreden schwingen. In Kurz: Auf Konsumzwang und ?terror in unserer Gesellschaft würde ich gerne verzichten. Ebenso auf die Intoleranz und Selbstsucht in unserer Gesellschaft.

was hat dir im studium gefehlt? allgemein und bei id4?
Praxisbezug, oder anders gesagt: zu wissen, wie Business stattfindet. Diese Unkenntnis hat sicher einige blauäugige Entscheidungen in meinem Berufsleben am Anfang geprägt. Was ich im nachhinein vermisse ist, dass den Leuten nicht vermittelt wurde, was hinter so etwas wie Geschäftsplänen, Steuererklärungen oder Budgets steckt. Etwa: Wie kann man eine Gruppe führen? Wie agiert man selbst in einer Gruppe? Mit welchen Methoden kann eine Gruppe Ziele gemeinsam erreichen? Das ist essentiell wichtig. Und das hat gefehlt.